Full day tour

Bali. Eine der touristischsten Gegenden der Welt. Wie kommt man also von einem Touristenhotspot wie Seminyak zu einem weiteren, nämlich Ubud?

Falsch! Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nämlich garnicht. Weder Bus, noch Zug, selbst abzockerische Minivans sind kaum vertreten.

Es gibt zwar ein paar Sammeltaxis, aber das Netz an Haltestellen ist lückenhaft, eine Fahrt von Seminyak nach Ubud äußerst umständlich.

An der Rezeption nachgefragt, ernteten wir unverständnisvolle Blicke: our guests usually take private Taxi! Aber natürlich, warum sind wir nicht gleich darauf gekommen. Sind ja bloß 30 Euro. Für alle, die mit dieser astronomischen Summe nichts anfangen können, hier noch einmal im Wortlaut „dreißig“.

Doch dann kam mir eine Idee. Ich hatte ja noch die Visitenkarte von Marthen, unserem Grab-Fahrer, der uns vom Flughafen abgeholt hatte. Vielleicht hat er ja Interesse, unser Fahrer für einen ganzen Tag zu sein. Somit könnten wir entlegenere Sightseeing-Orte besuchen und am Ende würde er uns dann in Ubud absetzen können. Zu unserer Freude war er sofort einverstanden und sein Preis von 50 USDollar (ca. 45 €) mehr als fair.

Um 10:15 holte er uns ab. 4 Stationen sollten sich ausgehen.

  1. Lempuyang Temple (gate of heaven) [A]
  2. Tirta Gangga [B]
  3. Tukad Cepung Waterfall [D]
  4. Tegalalang Rice terraces [E]

Zu Punkt C auf der Karte komme ich gleich.

Bereits nach wenigen Metern standen wir im obligatorischen Stau. Das Navi prophezeite gut 3 Stunden für das Erreichen unseres ersten Zwischenzieles. Nach einer Stunde hatten wir den verstopften Großraum von Denpasar endlich hinter uns gelassen. Auf halber Strecke zum „Himmelstor“ stoppte Marthen, spielte am Navi herum und zweigte schließlich nach links ab. Immer weiter entfernten wir uns er vom eigentlichen Ziel. Irgendwann erreichten wir dann Pura Besakih [Punkt C]. „Gate of heaven“ meinte er. In der Tat gibt’s auch hier ein solches Himmelstor, wenn auch nicht das berühmte, das man von unzähligen Instagram-Posts kennt.

Erst mal einen Sarong (a Fetzn zum umawickln) kaufen, denn ohne darf man in Indonesien keinen Tempel betreten. Gilt übrigens auch für Männer. Was wir aber nicht wussten, beim Eintrittspreis ist ein Leihsarong inklusive. Ebenso ein Guide. Im selben Zug wurden wir darauf hingewiesen, dass man diesem kostenlosen Führer ein „freiwilliges“ Trinkgeld zahlen muss! Und ohne Geleitschutz dürfe man das Gelände garnicht betreten. Schwachsinn, nicht mit mir. Das Schimpfen der Herrschaften ignorierend spazierten wir los und welch Überraschung, es war absolut kein Problem. Die nächste Abzocke ließ nicht lange auf sich warten. Eine ältere Dame drückte mir ein „kostenloses“ Säckchen mit Opfergaben für die Götter in die Hand, nur um kurz darauf zu fordern: and now you pay! Bali ist, was Abzocke und Korruption betrifft, ganz weit vorne. Wie eine anschließende Recherche ergeben hat, wäre alleine für den Guide ein Trinkgeld von mindestens 10 € (u.U. noch viel mehr) fällig geworden.

Trotz des nicht gerade billigen Eintrittstickets für die Tempelanlage, durfte man als Ausländer den Tempel selbst garnicht betreten. Dennoch war’s ein beeindruckender Komplex und ein paar schöne Fotos waren auch noch drin.

Mittlerweile war es halb 3 und wir hatten noch viel vor. Nächster Halt, Tirta Gangga. Das liegt aber im Osten, dort, wo das eigentliche Himmelstor gewesen wäre. Marthen’s Hintergedanke, Zeit zu sparen ging gewaltig nach hinten los. Erst kurz vor 16 Uhr (über 3 Stunden später als geplant) erreichten wir Punkt B auf der Karte. Somit war klar, dass selbst bei idealen Verkehrsbedingungen, weder der Wasserfall, noch die Reisterrassen zu schaffen sind.

Nicht „die“ Reisterrassen

Tirta Gangga (bedeutet „heiliges Wasser vom Ganges“) ist ein royaler Wasserpalast, oder eher Garten, der einen beliebten Fotospot für alle Instagramstarlets darstellt. Die Sage besagt, dass, wenn du bei Vollmond in den Wassern der Anlage badest, du von all deinen Wehwehchen geheilt wirst. Da man nächtens aber nicht hinein darf, kann das niemand überprüfen.

Und wieder standen wir im Stau. Die engen, schlechten Straßen, gepaart mit dem hohen Verkehrsaufkommen und dem rücksichtslosen, aggressiven Fahrstil der Locals sind eine katastrophale Mischung. Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Ubud. Ob wir bei perfekter Planung alle 4 Stationen geschafft hätten, weiß niemand so genau, aber immerhin waren der Tempel und der Garten sehenswert.

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