Sapa: grau/grün

Ein kleines Bergdorf, nahe der chinesischen Grenze und weltberühmt für seine Reisterrassen. Beliebter Ausgangspunkt für Trekkingtouren auf den höchsten Berg Vietnams (sowie ganz Indochinas), dem Fansipan (Phan Xi Pang).

Ein Must-See für uns. So nahmen wir um 22 Uhr den Sleeping-Bus in Hanoi, um 8 Stunden später – so versprach es der Lonely Planet – in Sapa zu sein. Um 3 Uhr früh, hieß es dann überraschend: „wir sind da“. Eine denkbar ungünstige Uhrzeit für das Einchecken in unser Hotel. Zum Glück durften wir weitere 3 Stunden im Bus liegen bleiben. Um 6 schälten wir uns dann hundemüde aus unseren Liegesitzen und spazierten los, Richtung Zentrum. Am Weg lauerten bereits unzählige Hmong-Frauen, die uns zum Shopping und Hiking einluden. Ein bekanntes Problem, denn diese Art von Kundenfang ist hier verboten und wird auch geahndet. Überhaupt wird man hier überraschend häufig „belästigt“, denn auch deren Kinder werden zum Betteln und Verkaufen von Hmong-Schmuck auf die Straße geschickt.

Zu später Stunde ist der Anblick der Kleinen besonders herzzerreißend, wenn sie in Tränen aufgelöst herumirren und nach ihren Müttern rufen. Teilweise vergeblich und so müssen sie alleine auf der kalten Straßen übernachten. Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens meinem Patenkind – ebenfalls eine Hmong – dank finanzieller Unterstützung, ein derart hartes Leben erspart bleibt. Überprüfen durfte ich das leider nicht.

Zudem ist das „Bergdorf“ eine einzige, laute Großbaustelle. Presslufthämmern von früh bis spät und auf den schlammigen Straßen rollen unzählige Schwerfahrzeuge. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Also raus aus Sapa ins traumhafte, aber neblige Umland. Kaum auf dem Motorbike, fing es dann auch schon an zu regnen. Der Silber-Wasserfall konnte unser Unbehagen dann auch nicht wirklich mindern.

Etwas später, der Regen hatte mittlerweile aufgehört, machten wir uns erneut auf, diesmal Richtung Süden. Die Straße war schlammig und voller Schlaglöcher. Die Aussicht aber: gigantisch!

Am darauffolgenden Tag stellte sich die Frage, ob wir’s nun riskieren sollten, auf den Fansipan zu fahren. Denn, das Wetter war erneut neblig. Aber vielleicht würde uns ja über den Wolken herrlicher Sonnenschein erwarten. Heftige 1,5 Mio. Dong mussten wir für die Fahrt zur Bergstation hinblättern, von wo aus es dann noch ein 30-minütiger Marsch zur Spitze ist. Und zunächst schien das Wetter auch mitzuspielen.

Detail am Rande: Nach Langkawi (MY) und DaNang (VN) ist auch hier wieder die österreichische Firma Doppelmayr für den Personentransport verantwortlich. Und wieder wurden Rekorde gebrochen.

Nach etwa 15 Minuten Fahrt tauchten wir dann ein. In eine dicke, geaue Nebelsuppe. Das war’s also mit dem erhofften Ausblick auf die chinesische Grenze. Zur schlechten Sicht gesellte sich feiner Nieselregen und starker Wind. Zum Glück hatte ich unter meiner Regenhaut, neben meiner normalen Haut, auch 3 T-shirts und einen Pullover gezogen. Ja, so geht das, wenn man kleidungstechnisch nur für die Tropen gerüstet ist.

Die Wanderung auf 3143 Meter war zäh. Und nass. Aber schlussendlich haben wir’s geschafft.

Wenn das Wetter mitspielt, ist das Umland von Sapa ein Traum. Wenn es denn mitspielt…

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