Es ist der Wurm drin

Seit ein paar Tagen läufts nicht mehr rund.

Es hat mit einem dreisten Diebstahl angefangen. Bei unserer Rückkehr von den BaNa Hills, stellte ich fest, dass all unsere Nescafe 3in1 verschwunden waren. Ganze 19 Stück waren es gewesen. Wert, etwa 4 Euro. Aber wer zum Vietnamesen stiehlt bitte meinen Kaffee, aber lässt die Schokokekse links liegen? Fakt ist, die Putzfrau war im Zimmer und hat ins Bett gemacht – nein, sie hat das Bett gemacht. Der Vermieter jedenfalls war peinlich berührt und kaufte mir eine neue Packung, beteuerte aber seine Unschuld und die seiner Mitarbeiter.

Kurz darauf machten wir uns daran, das Motorbike zurückzubringen. Dieses hatten wir am Vortag um 20 Uhr ausgeliehen, damit wir früh morgends zu den BaNa Hills starten könnten. Es war nun 17 Uhr, also 21 Stunden waren seither vergangen. Ich bezahlte die vereinbarten 120.000 VND und wollte mich bereits verabschieden, als dem Vermieter plötzlich einfiel, hey, gestern war gestern und heute ist heute, also 2 Tage! Versteht sich von selbst, dass ich nicht bereit war, nochmal 120.000 auf den Tisch zu blättern. Generell bedeutet in Asien eine Tagesmiete „bis morgen, selbe Uhrzeit“. Nach langen Diskussionen, geführt mittels Google Translate, einigten wir uns auf weitere 30.000 Dong, entspricht den üblichen 150.000 VND anderer Vermieter.

Die folgende Nacht war dann auch nicht besser, da wir mit der Verdauung unseres Abendessens so unsere Probleme hatten. Trotz wenig Schlafes, mussten wir wieder um 6 Uhr aufstehen, um unseren Flieger nach Haiphong zu erwischen.

Dort angekommen, regnete es in Strömen. Selten in meinem Leben habe ich eine derartige Sintflut erlebt. Für unseren Grab-Taxifahrer aber kein Grund zur Zurückhaltung. Technosound auf Anschlag und gib ihm. Am Fährterminal, die im Internet prophezeiten Abzockeversuche, denen wir uns auch nach langen Diskussionen nicht entziehen konnten und so bezahlten wir je 1 Euro mehr, als das eigentliche Ticket kosten würde. Die Fahrt mit dem Hydrofoil, einem Tragflächenboot, war überraschend komfortabel. Hier ein Symbolfoto:

Auf Cat Ba angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem vorab gebuchten Victor Charlie 2 Hostel. Die von Booking.com zur Verfügung gestellte Adresse erwies sich als falsch. Dank einheimischer Unterstützung war das Ziel aber schnell gefunden, aber mit den Fotos im Internet hat diese Bude wenig zu tun. Beim Öffnen der Zimmertüre wehte uns beißender Uringestank ins Gesicht, also Zimmerwechsel. Im 6. Stock, kein Gestank. Aber dafür auch keine Fensterscheibe. Diese wurde irgendwie bei der Montage des neuen Fensterrahmens vergessen. Überhaupt schien das Zimmer nicht ganz fertig zu sein, denn auch das Antennenkabel des Fernsehers baumelte unmotiviert in der Gegend herum. Warmwasser gab’s auch nicht, dafür war das, was aus der Leitung kam, schön braun. War das etwa mein zuvor entwendeter Kaffee, der da herauslief? Die Krönung aber war das Brett – nein, das ist kein Rechtschreibfehler, denn härter geht’s nicht.

Dass wir auf dieser Folterbank nicht gut schliefen, versteht sich von selbst. Zusätzlich war das Zimmer unfassbar schlecht gedämmt. Schreiende Kinder, Baustellenlärm von früh bis spät, was braucht man mehr? Vielleicht ein leckeres Frühstück? Dieses war beim Preis von 21 Euro inklusive. Ein trockenes Baguette mit Ei und einen Kaffee, mehr gab’s nicht. Und nach 9 Uhr früh gibt’s sowieso nichts mehr. Was ich an dieser Unterkunft aber wirklich toll finde, dank der hohen Luftfeuchtigkeit im Badezimmer gibt’s feuchtes Toilettenpapier in Hülle und Fülle.

Der eigentliche Grund, warum wir den Flieger von Da Nang nach Haiphong genommen haben und Städte wie Huè oder Vinh ausließen, ist, dass wir Mitte Juni mein Patenkind Thi Cha Sung in Tram Tau besuchen wollten. 3 ganze Wochen vor diesem Termin informierte ich die Organisation World Vision über meinen geplanten Besuch. Meine Ankündigung stieß auf wenig Gegenliebe, zu kurzfristig wäre das ganze. Normal sind 2-3 Monate Planung erforderlich, denn es müssten Genehmigungen eingeholt werden und ein Guide müsste organisiert werden. Ich verwies darauf, dass wir uns selbst um die Anreise und Unterkunft kümmern würden und rein für den Besuch selbst ein WV Mitarbeiter erforderlich sein würde. In der Annahme, dass schlussendlich alles garnicht so kompliziert sein würde, buchte ich eben diesen Flug, um den Besuchstermin halten zu können. Aber dann kam die endgültige Absage via email, ein Besuch ist nicht möglich. Sehr merkwürdig das ganze. Gibt es die Kleine womöglich garnicht? Wäre nicht das erste mal, dass World Vision Spendengelder veruntreut. Demnächst werde ich deren Büro in Hanoi aufsuchen und schauen, was möglich ist.

2 Kommentare zu „Es ist der Wurm drin

  1. Oje… da lief nix rund. Also des mit der Organisation würd mich ja auch interessieren… mein erster Gedanke war auch, dass es vermutlich reine Abzocke ist. Den Gutwillen der Menschen ausnutzen…. naja, hoffe eurer Stuhlverhalten hat sich wieder normalisiert.

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