Saigon

Nach erfreulich unproblematischem Einreiseprozedere, checkten wir gegen halb 3 Uhr früh hundemüde im Flughafenhotel ein. Dennoch dauerte es fast 2 Stunden, bis ich endlich meinen Schlaf finden konnte. Grund war der Chinese im Nebenzimmer, der die ganze Nacht durch den Fernseher auf voller Lautstärke laufen hatte. Nach dem ordentlichen Frühstück übersiedelten wir in ein schönes kleines Appartment mit eigener Küche in bester Lage. Die Küche hätten wir uns aber auch sparen können, ist Saigon, oder Ho Chi Minh City, wie die Stadt heute heißt, doch ein wahres Restaurant- und Streetfood Paradies. Unzählige gemütliche Bars und Lokale verstecken sich in den engen Gassen, sodass es geradezu eine Qual ist, sich für eines entscheiden zu müssen.

Genau das hat mir auf den Philippinen so gefehlt, denn dort fanden sich fast ausschließlich Fastfood Restaurants großer Ketten. Überhaupt schmeckt hier in Vietnam alles großartig und frisch.

Und auch preislich ist alles im grünen Bereich. Wer auf den Philippinen mal etwas ordentliches haben wollte, musste tief in die Tasche greifen. Abgesehen natürlich von den leckeren Speisen, die Clari’s Mama immer gezaubert hatte.

Unser erster Ausflug führte uns ins Kriegsreliktemuseum. Hier werden in beeindruckender und bedrückender Art und Weise die Gräueltaten des Indochinakrieges, sowie des Vietnamkrieges in Erinnerung gerufen. Keine leichte Kost, aber absolut empfehlenswert, sich mit der Geschichte des Landes zu beschäftigen. Bevor man die Ausstellungshallen betritt, gibt’s allerlei Kriegsgerät zu besichtigen. Von Helikoptern, Jets, Panzern bis hin zu Bomben und Kanonen ist alles vorhanden.

Im Inneren der Hallen aber ist endgültig Schluss mit lustig. Fotos von Bombardements, Leichen, Missbildungen aufgrund Agent Orange, etc. prägen die Ausstellung.

Am Rückweg zu unserer Unterkunft gerieten wir zufällig in eine Freiluftausstellung für Orchideen und Bonsai. Originelle Ensembles bunter Blumen waren das ideale Mittel, um sich von den vorherigen Impressionen abzulenken.

An Tag 2 besuchten wir den etwas enttäuschenden Wiedervereinigungspalast.

Hier gab’s nicht viel zu bestaunen und so spazierten wir weiter zur Cathedrale Notre Dame. Nein, nicht die, die gerade erst abgebrannt ist, sondern deren kleine Schwester, im Herzen der Stadt Saigon.

Im angrenzenden Haupt-Postamt galt es dann, die klassische Architektur zu bewundern und dabei nicht mit den selfiesüchtigen Chinesen zu kollidieren.

Überhaupt ist es erschreckend, wie sehr der Tourismus hier (und auch in vielen anderen Teilen Südost-Asiens) zugenommen hat. Im Jahr 2013 war ich fast zur selben Zeit am selben Ort. Damals waren wir praktisch alleine, heute wirst du von der gelben Lawine geradezu niedergewalzt.

Aber, ich liebe Vietnam immer noch und bin überzeugt, dass sich das so bald nicht ändern wird.

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