Snorkeling

Dienstag, 10 Uhr in Malaysia. Wir warteten auf unser Boot, denn die Perhentians sind bekannt für ihre Unterwasserwelt. Diese galt es, zu erkunden. Mit einigen Minuten Verspätung stoppte ein überraschend kleines Boot neben uns. Nur 2 Französinnen, die außer uns die Tour zu Rawa Island gebucht hatten? Na mir solls recht sein. Für gewöhnlich sind Ausflugsboote vollgestopft mit Chinesen, von denen kaum jemand schnorcheln, geschweige denn schwimmen kann. Ein übrigens sehr amüsanter Anblick.

Bevors aber raus aufs offene Meer ging, steuerten wir den Long beach auf Kecil an und wer stand am Pier und grinste vor sich hin? Der Inder! Der, der uns am Vortag nicht von der Seite weichen wollte. Wie klein doch die Welt ist. Obwohl er vom Vortag noch einen heftigen Sonnenbrand hatte (aufgrund seiner Hautfarbe nicht sichtbar, aber er jammerte ständig deswegen herum), setzte er sich erneut der prallen Sonne aus. Und wieder nicht eingeschmiert. Er hatte noch nichtmal etwas zu trinken dabei. Dafür aber, so wie mir bereits am Vortag aufgefallen war, einen übergroßen Ring am Finger. Dazu später mehr.

Der erste von insgesamt 4 Stopps war direkt vor einem kleinen Sandstrand auf Rawa Island, einer unbewohnten Insel nordwestlich von Kecil. Mein letzter Schnorchelausflug war 2013. Dementsprechend unbeholfen waren meine ersten Versuche, die Unterwasserwelt zu erkunden. Es dauerte etwas, bis ich meine Atmung darauf einstellen konnte. Dann aber wars ein echter Genuss.

Hauptsächlich kleinere Fische, wie ich sie 2 Tage zuvor bereits erlebt hatte, waren zu sehen. Größer wurden sie dann bei Stopp Nummer 2.

„You can see sharks here!“ Das war die Aussage des Captains, als er zum zweiten Spot kam. Grund genug für Clari, im sicheren Boot sitzen zu bleiben. Um mich vor den Französinnen nicht zu blamieren, entschloss ich mich für den Sprung in den vermeintlichen Tod. Ja, groß waren hier einige Fische, aber eben keine Haie. Groß war aber auch das Ärgernis über meine nicht ganz dichte Taucherbrille. So musste ich diese regelmäßig entleeren. In einem dieser Momente hörte ich die Französin: „There’s a shark!“ Als ich wieder einsatzbereit war, war von ihm keine Spur mehr. Zurück am Boot zeigten mir die Mädels die Aufnahmen ihrer GoPro. Tatsächlich. 2 Haie, jeweils etwa 1 Meter lang, die in etwa 3 Metern Tiefe unter ihnen hinweg rauschten. Etwas enttäuscht, dass ich sie nicht live sehen konnte, ging’s weiter zu Spot 3.

Dieser Fleck war nicht so berauschend. Aufgrund des vielen Planktons war die Sicht eingeschränkt und außerdem spürte ich laufend leichtes Nässeln am ganzen Körper.

Während der Weiterfahrt meinte der Inder plötzlich „oh shit, I’ve lost my ring!“. Auf die Frage, ob es denn ein besonderer Ring, oder bloß ein billiges Souvenir war (so hat er nämlich ausgesehen), erwiderte er „it’s Rubin“ … „about 5000 Euro“. Da fehlten uns glatt die Worte. Dieser Verlust mag dann wohl auch der Grund sein, warum der Inder ab diesem Moment nur noch sporadisch redete und auch den letzten Tauchspot, ein schwimmender Leuchtturm im offenen Meer, nicht mehr in Angriff nahm. Dabei wären gerade hier ganz besonders viele und große Schwärme unterschiedlichster Fische zu beobachten gewesen. Etwas überrascht von Claris vorzeitiger und rascher Flucht aufs Boot, drehte ich weiter meine Runden. Später ließ sie mich wissen, dass sie eine große Qualle unmittelbar neben ihr gesehen hatte. Das wäre wohl auch für mich ein Grund zur Flucht gewesen, aber zum Glück ist niemandem etwas passiert. Abgesehen vom Verlust des Inders.

Zu den Sichtungen während dieser 3 Stunden zählen Barracudas, Trumpetenfische, Papageienfische, Snappers und Groupers, verschiedenste Korallen und Anemonen und eben auch 2 Haie, vermutlich „white tip reef sharks“.

1 Kommentar zu „Snorkeling

  1. Liebe Grüße von Merci und mir.
    Wir spazieren an der Donau.
    Bussis

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